Blickwinkel

Zukunft mit Künstlicher Intelligenz

Trends und Innovationen

Wer wollte diese Personalerin nicht auf seiner Payroll haben? Zweisprachig, niemals müde oder krank, selektiert und kontaktet Vera 24 Stunden am Tag mehrere Tausend Jobbewerber. Wenn es besser passt, mutiert Vera auch zum Mann. Glaubt Ihr nicht? Stimmt aber, denn Vera ist ein Roboter. Entwickelt von einem russischen Start-up namens Strafory, um Firmen bei der Personalsuche zu unterstützen.

Effiziente Personalakquise

Unternehmen mit Vakanzen müssen die Software einfach mit dem gewünschten Jobprofil speisen und schon durchsucht Vera diverse, verbundene Job-Portale nach passenden Kandidaten. Insbesondere bei Jobs wie Sachbearbeiter, Kellner oder Bauarbeiter funktioniert das wohl ziemlich gut. Auf diese Weise siebt Vera aus der Masse an Bewerbern die besten zehn Prozent heraus, bevor ihre Auftraggeber übernehmen. Oder sie lassen Vera noch ein erstes Bewerbungsgespräch via Telefon oder Video-Chat führen, bei dem sie sogar einfache Fragen beantworten kann. 

Mehr als 300 Unternehmen sollen Veras Dienste bereits getestet haben, darunter große Konzerne wie Ikea, L’Oreal und Pepsi. Offenbar zufriedenstellend, denn gegenwärtig führt Vera kolportierterweise für rund 200 Kunden circa 50.000 Bewerber-Interviews am Tag. Und noch ein Heimvorteil bringt dieser Super-Roboter mit: Er entwickelt seine Fähigkeiten laufend selbstständig weiter. Ohne Kosten oder Freistellungen für Fortbildung.

Allgegenwärtige Künstliche Intelligenz

Nicht nur im Personalwesen unterstützt Künstliche Intelligenz (KI) den Menschen. In vielen Branchen wird KI bereits eingesetzt, um menschliche Arbeitskräfte zu entlasten oder ihnen zuzuarbeiten. So sortieren Roboter Medikamente oder assistieren bei Operationen. Sie Transportieren Pakete, leisten Kundensupport und montieren Autoteile. Werden Roboter unsere neuen Kollegen?

Krone der Schöpfung

„Wir werden eine Verbindung von menschlicher und künstlicher Intelligenz werden“, prophezeite Miriam Meckel jüngst im Interview mit Peter Turi ganz salopp. Woraufhin der gestandene Journalist erst einmal schlucken und tief Luft holen musste. Hatte die Herausgeberin der Wirtschaftswoche doch gleich zu Beginn des Gesprächs in Frage gestellt, dass der Mensch die Krone der Schöpfung sei. Und dass der nächste Schritt in der Evolution vielleicht die Verschmelzung von menschlicher und Künstlicher Intelligenz ist: „Dann sind wir Biochemie plus Technologie.“

Die Zukunft der Arbeit

Unsere Generation wird das nicht mehr betreffen, aber wie sieht die Zukunft unserer Kinder aus? Und wie gestaltet sich diese Verschmelzung konkret? Wird unser Nachwuchs dann vielleicht schon der Künstlichen Intelligenz zuarbeiten? Oder deren Kinder in der Arbeitswelt komplett durch diese ersetzt?

Gut möglich, dass Vera sich irgendwann nicht mehr die Mühe machen wird, herkömmliche Jobportale zu durchforsten, sondern gleich einen Haufen Kollegen einstellt. Schließlich ist sie ja nicht die Einzige, die sich fortlaufend weiterentwickelt – all die anderen Roboter tun dies ja ebenfalls.

Autor: KS

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