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E-Mobility auf der Überholspur?

Trends und Innovationen

Ein Abgasskandal jagt den nächsten, Großstädte prüfen Fahrverbotszonen und wollen Diesel Fahrzeuge aus den Innenstadtbereichen verbannen. Zeit also, anhand von ein paar Daten, mal einen Blick auf eine mögliche Alternative zu konventionellen Verbrennungsmotoren zu werfen; Elektro-Mobilität. Vor einigen Wochen hat die Bundesnetzagentur die Rohdaten zu ihrer Ladesäulenkarte veröffentlicht, in der alle eingetragenen Ladepunkte für Elektro-Mobilität eingetragen sind. Nimmt man dann noch die Zulassungs- und Bestandsentwicklung von Kraftfahrzeugen  der letzten Jahre zur Hilfe ist es möglich, ein Bild der derzeitigen Situation von Elektromobilität in Deutschland zu zeichnen.

Ladesäulen für E-Autos in Deutschland

Anhand der Daten haben unseren Kollegen vom Geomarketing Einzugsgebiete aller Ladepunkte berechnet und miteinander verschmolzen. Auf diese Art und Weise lassen sich leicht die Entwicklung der Verfügbarkeit von Elektromobilität im Zeitverlauf, sowie unterversorgte Gebiete in Deutschland identifizieren.

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Zunächst muss man festhalten, dass sich seit 2013 einiges in der Infrastruktur für Elektroautos getan hat. Während man sich 2013 noch ganz genau überlegen musste, welche Route man bei einer Deutschlandtour mit dem E-Auto zu nehmen hatte, erübrigt sich diese Überlegung mittlerweile fast vollständig. Allerdings bestehen weiterhin regionale Disparitäten. So scheint der ohnehin auch 2013 schon gut versorgte Westen und Nordwesten Deutschlands deutlich besser ausgebaut worden sein als ländliche Gebiete im Osten. So bleibt die klimafreundliche Ausfahrt im Norden Sachsen-Anhalts und einigen Teilen von Brandenburg weiterhin ein Wagnis.

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E-Mobility Infrastruktur

Das verdeutlicht auch die zweite Grafik, die die Entwicklung der Verfügbarkeit von Ladesäulen pro „Tankladung“ aufzeigt. Auch hier schneiden Brandenburg und Sachsen-Anhalt von den Flächenbundesländern mit Abstand am schlechtesten ab. Schlechte Nachrichten für E-Auto-Enthusiasten. Das Saarland muss hier aufgrund seiner geringen Größe gesondert betrachtet werden. Interessant ist auch, dass der Ausbau in fast allen Bundesländern erst in den letzten paar Jahren erst so richtig an Fahrt aufgenommen hat und damit auch die fortschreitende Alltagstauglichkeit der Technologie widerspiegelt. 

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Bis Elektromobilität zu einer echten Alternative für den Massenmarkt erwachsen kann, wird es aber noch dauern. Trotz eines massiven Zuwachses an Bestand in den letzten acht Jahren, sowohl bei reinen Elektromotoren als auch bei der weiter verbreiteten Hybridvariante, machten beide Arten kumuliert nur einen Anteil von rund 1,75 Prozent aller Neuzulassungen im Jahr 2016 aus. Durch Netzwerkeffekte begünstigen und befeuern sich bei solchen Technologien typischerweise Weiterentwicklung und Verbreitung gegenseitig. Zudem ist es immer noch nicht geklärt, inwieweit die Erzeugung von Energie für E-Autos aus fossilen Brennstoffen wirklich eine nachhaltigere Angelegenheit als die derzeitige Praxis. Zumindest die Infrastruktur scheint aber für die nächsten Entwicklungsschübe und die nähere Zukunft gerüstet zu sein.

Autor: NB

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