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Web Summit 2018: And the money goes to Entertainment

Trends und Innovationen

Wir haben es alle gewusst. Wir haben es alle geahnt. Der Kino-Part bei Weischer.Media hat es immer gehofft. Das Web Summit 2018 verrät es uns und die Talks, die ich gesehen habe, unterstreichen es: 2019 wird in Entertainment investiert.

E-Sports über alles

Der erste Talk des dritten Tages versprach vielversprechend zu sein und da wir den junge Mann bereits zweimal gesehen haben, fasse ich die Schlüsselaussage kurz zusammen. Auf der Stage stand der Gründer von Twitch. Er sagt, dass die Streamingplattform in drei Jahren besser targeten und mehr Werbung ausspielen wird als YouTube. Laut seiner Aussage sind Gamer nämlich gar nicht Anti-Advertising, sondern nur, wie alle anderen auch, Anti-Schlechte-Werbung.

Gut, da Amazon vor einem Jahr in Twitch investiert hat, muss er solche Aussagen wohl auch treffen. Aber am Ende möchte er den Gamern ja nur helfen, von ihrem Hobby leben zu können. Fast schon caritativ. Übrigens: Twitch hat jetzt auch ein eigenes Game gebaut. Aus dem Mund von Emmett Shear klang es wie „Global Idol“. Wer will, kann für alle singen, live streamen und die Community, welche ihm sehr am Herzen liegt, bewerten.

E-Sports wächst und dominiert hier mittlerweile seit zwei Tagen die Bühnen. Trotz der Midterm-Wahlen in den USA sind alle Großen der E-Sports-Branche über den Teich geflogen, um hier Werbung für ihre Plattform zu machen. Und die Menschen des Web Summit danken es ihnen, denn so richtig im Thema sind nur die wenigsten.

Tony Blair über Brexit und Technologie

Darauf folgte ein sehr beeindruckender Moment, gar ein Gänsehautmoment: Tony Blairs Auftritt. Der ehemalige Premierminister Englands hielt eine flammende Rede auf Europa und wie sehr er sich für sein eigenes Land schämt, das aus der Union austritt. Der Saal tobte. Wohlgemerkt sprechen wir an dieser Stelle von gut 20.000 Menschen.

Darüber hinaus sagte er, es sei die Aufgabe der Politiker, die neuen Technologien zu verstehen und die Menschen auf das, was da kommt, vorzubereiten. Er bricht sogar eine Lanze für die GAFAs dieser Welt. Er stellte zunächst die Frage, warum diese Unternehmen denn wohl so groß seien. „Weil sie etwas produzieren, was die Menschen mögen und ihnen nutzt. Also hört auf euch über sie zu beschweren, sondern arbeitet lieber daran, auch etwas zu bauen, was den Menschen hilft und nützt“, war die Antwort, die er selbst darauf gab.

Scheitern und aufbauen

Ein weiterer spannender Vortrag kam von Ray Dalio (Bridgewater Associates), der ganz ehrlich, offen und ohne Filter vom Scheitern erzählte. Warum? Nun, wie er sagte haben wir noch zwei Drittel unseres Berufslebens vor uns und können jetzt noch etwas ändern. Bei ihm sei der Drops gelutscht.

Und er hat viele Fehler gemacht. Er hat alles, was er hatte, gegen die Wand gefahren und dann wiederaufgebaut. Jetzt leitet er eines der größten Inhaber geführten Unternehmen in den USA.

Was gab er uns mit?

  • Ihr solltet an etwas arbeiten, das wirklich bedeutend ist
  • Ihr solltet dies mit Menschen tun, die euch wirklich etwas bedeuten
  • Nur so kann man großartige, transparente Arbeit leisten

Warum ist das so? Weil unsere Ziele im Leben und im Job auch immer unsere Werte wiederspiegelt. Laut Dalio hilft, das zu leisten, auch einmal uneinig über etwas zu sein und es ausdiskutieren. Aber vor allem solle man sich und anderen immer die brutale Wahrheit ins Gesicht sagen. Aber will man das? Das logische Ich sagt: „Klar, super Idee, nur so komme ich zum Erfolg.“ Dann kommt aber das emotionale Ich und sagt: „Um Himmels Willen, nein!“ Aber wenn Ihr Euch jetzt den zweiten Punkt oben anguckt (mit Menschen zusammenabreiten, die Euch etwas bedeuten), dann kann man das schaffen.

Investiert in Entertainment und Sharing Economy

Und um abschließend meine Headline zu belegen, haben wir drei der größten Investoren der Welt auf der Bühne zugehört, die uns verraten haben, in was sie 2019 invertieren würden. Das sind aus ihrer Sicht Entertainment und Sharing Economy – also Modelle wie beispielsweise Car2go. Und den Gründern im Raum geben sie gleichzeitig mit: „Bettelt nie um ein Investment. Eure Idee und vor allem eure Person muss den Investor überzeugen.“

Wenn das mal kein guter Hinweis für Gründersendungen auf Vox ist.

Eure Franzi

Unsere Herzblutbloggerin, Franziska Knoefel, schreibt bereits seit Jahren über die wichtigen Trends aus dem Digital- und Medienkosmos. Als Manager Digital Revolution ist sie unser Spezialist bei Weischer.Media, wenn es um die heißesten Technologien, News und den digitalen Wandel geht. Auf ihrem Blog erfahrt Ihr mehr zu dem, was Franzi bewegt.

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